Aktuelles
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// CORONA UPDATE DOSB //

24.04.2020
Wie geht es weiter?

Niemand mag derzeit seriös beurteilen, ob und wann der Spielbetrieb der Saison 2020/21 wieder aufgenommen werden kann. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat am 14.4.2020 ein Positionspapier veröffentlicht, in dem er erste Überlegungen skizziert wie der Sportbetrieb allmählich wieder anlaufen könnte und was dabei zu berücksichtigen ist:

Zitat aus dem Papier:

"
14. April 2020

SPORTDEUTSCHLAND bietet aktive Mithilfe an
Der unter dem Dach des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) organisierte Sport hat die
von der Politik aus nachvollziehbaren Gründen in der Aufwuchsphase der Corona-Pandemie erlassenen
Einschränkungen für sich in vollem Umfang anerkannt und verantwortungsbewusst umgesetzt.
Solidarisch trägt er die Fortsetzung der Einschränkungen für das öffentliche wie private Leben
in Deutschland mit, solange dies von den politischen Verantwortungsträgern in Abstimmung mit ihren
wissenschaftlichen Beratern für notwendig erachtet wird.
Wie auch die übrigen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereiche bietet der organisierte Sport
- in bewusster Anlehnung an die Überlegungen im Ad-Hoc-Gutachten der Leopoldina vom 13. April
2020 - für die erste Phase nach einem Ende der aktuell notwendigen Kontaktsperren auf Grund der
Corona-Pandemie seine aktive Mithilfe bei der behutsamen Wiederaufnahme gemeinsamer sportlicher
Aktivitäten an. Neben einem starken Impuls aus unseren 100 Mitgliedsorganisationen hierfür,
haben wir auch Aufforderungen aus der Politik erhalten, rechtzeitig und vorausschauend konkrete
Vorschläge zu einem angepassten Sporttreiben vorzulegen. Das Ziel von SPORTDEUTSCHLAND
mit seinen über 27 Millionen Mitgliedschaften in rund 90.000 Sportvereinen ist dabei, zwei wichtige
Aspekte miteinander zu verknüpfen und dadurch weiterhin solidarisch zu handeln:
Wir wollen durch angepasste Regeln im Sport ein bestmögliches Maß an "sozialer Distanz" ermöglichen,
um unserer gemeinsamen Verantwortung dabei auch weiterhin gerecht zu werden, die Zahl
der Neuinfektionen mit dem Corona-Virus auf einem für unser Gesundheitssystem beherrschbaren
Niveau zu halten. Gleichzeitig wollen wir aber auch der durch Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen
resultierenden Vereinsamung und dem Bewegungsmangel sowie den hohen sozialen und psychischen
Belastungen in den Familien entgegenwirken. Dies kann u. A. dadurch gelingen, dass wir
den vielen Menschen in unserem Land wieder Zugänge zu dem für das physische und psychische
Wohlbefinden so wertvollen Sporttreiben in unseren Vereinen ermöglichen. Zu Recht werden unsere
Vereine als die sozialen Tankstellen der Gesellschaft beschrieben und gerade für die Kinder und Jugendlichen
sowie deren Familien bietet das gemeinsame Sporttreiben einen unschätzbar positiven
sozialen Wert.
Wie kann das gelingen?
Als Dachverband des organisierten Sports gibt der DOSB gemeinsam mit Medizinern erarbeitete
Rahmenbedingungen für ein angepasstes Sporttreiben vor. Entlang dieses Orientierungsrahmens
werden wir unsere Sportfachverbände mit ihren Verbandsärzten auffordern, sich mit sportartspezifischen
Übergangs-Regeln für die Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs und wenn möglich eines
modifizierten Wettkampfbetriebs auseinanderzusetzen. Wir werden ein deutlich anderes Sporttreiben
erleben, bei dem Solidarität, Bewegung, Spiel und Spass bewusster in den Vordergrund rücken.
Diese Regeln für ein verändertes, an die aktuelle Situation angepasstes Sporttreiben werden wir bis
an die Basis der Vereine tragen.

Das Einhalten eines Regelwerks und ein hohes Maß an Disziplin sind dem Sport immanent und werden
dafür sorgen, dass mit Hilfe von Übergangs-Regeln zum Sportbetrieb und ihrer konsequenten
Anwendung das Ansteckungsrisiko minimiert wird. Unstrittig ist dabei, dass beim "neuen" Sporttreiben
viele gewohnte Aktivitäten und Wettkampfformate vorübergehend unterbleiben müssen. Dies
gilt sowohl für die konkrete Ausübung der Sportarten, aber auch für das soziale Miteinander im Umfeld
des aktiven Sports. Hier setzen wir auf die wertvollen Organisationsfähigkeiten und die hohe Eigenverantwortung
bei Sportler*innen, Trainer*innen und Verantwortlichen im Verein.

Die 10 Leitplanken des DOSB:
Distanzregeln einhalten
Körperkontakte auf das Minimum reduzieren
Freiluftaktivitäten präferieren
Hygieneregeln einhalten
Umkleiden und Duschen zu Hause
Fahrgemeinschaften vorübergehend aussetzen
Veranstaltungen wie Mitgliederversammlungen und Feste unterlassen
Trainingsgruppen verkleinern
Angehörige von Risikogruppen besonders schützen
Risiken in allen Bereichen minimieren
Unter diesen Leitplanken die Mitglieder in den rund 90.000 Sportvereinen in SPORTDEUTSCHLAND
stufenweise wieder zu aktivieren und sie in ihrer Eigenverantwortung und ihrem zivilgesellschaftlichen
Engagement zu stärken, indem sich der autonome Sport selbst angepasste Regeln in
Zeiten von Corona auferlegt, hat unzählige Vorteile:
Menschen kommen wieder in Bewegung und stärken dabei ihr Immunsystem,
Menschen finden beim Sporttreiben einen Ausgleich in schwierigen Zeiten,
Sportvereine und ihre Trainer*innen sind wieder aktiv für ihre Mitglieder da,
soziale Bindungen werden trotz Wahrung der Distanz wieder aktiviert,
Menschen können wieder selbstbestimmter ihr Leben gestalten,
zivilgesellschaftlich organisierter Sport finanziert sich wieder selbst.

Daher möchten wir Sie ermutigen, im Falle einer sukzessiven Aufhebung der bestehenden Kontaktsperren
den organisierten Sport mitzudenken und mit Vertrauen in die Fähigkeiten von SPORTDEUTSCHLAND
das vereinsbasierte, auf die Situation angepasste Sporttreiben in Deutschland unter
den Leitplanken des DOSB und den sportartspezifischen Übergangs-Regeln der Fachverbände
zuzulassen."
eingestellt von Uwe Imsiepen
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